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Anzugsvorteil - Gewinnen mit 1.e4

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Stark erweiterte Neuauflage 2022

Von Reinhold Ripperger

436 Seiten, gebunden, 2. Auflage 2022, Erstauflage 2010

Jugendschach


Jeder Schachspieler, der seine Partien mit 1.e4 eröffnet, stellt sich immer wieder die Frage "Was spiele ich gegen die Sizilianische Verteidigung?". Schließlich ist 1...c5 die meistgespielte Antwort auf 1.e4.

Wie finde ich mich im endlosen Variantendschungel von Scheveninger, Drachen, Paulsen, Najdorf, Sweschnikow und wie sie alle heißen zurecht?

Das vorliegende Buch gibt dir eine überzeugende Antwort auf diese Frage.

Mit aktualisierten Analysen und Bewertungen komplett überarbeitete und mit 60 Partien erweiterte Neufassung der Originalauflage aus 2010.

Einleitung

In den FIDE-Regeln Art. 3.1 steht, der Spieler mit den weißen Steinen beginnt die Partie. Wir sprechen daher von einem Anzugsvorteil. Worin besteht eigentlich dieser Vorteil? Weiß stellt mit seinem ersten Zug 1.e4 einen Bauern ins Zentrum. Er beherrscht die Felder d5 und f5. Durch die Räumung des Feldes e2 kann in der Folge sowohl die Dame als auch der Königsläufer entwickelt werden.

Solange der Anziehende den besten Zug ausführt, ist er dem Gegner einen halben Schritt voraus. Er entwickelt alle Figuren, kämpft um die Vorherrschaft im Zentrum und bringt den eigenen König in Sicherheit. Dann beginnt das Mittelspiel.

Weiß versucht auf einem Brettabschnitt einen räumlichen, materiellen oder positionellen Vorteil zu erzielen. Ist das gelungen, beginnt er mit dem Angriff.

Das ist zugegebenermaßen eine stark vereinfachte Skizze einer Schachpartie.

Tatsache ist, dass sich Schwarz nicht ebenso verhalten kann. Er ist hier und da gezwungen, auf das zu reagieren, was der Weißspieler vorgibt. Weiß agiert und Schwarz reagiert – Anzugsvorteil!

Die Antwortmöglichkeiten des Nachziehenden auf 1.e4 sind vielfältig. Was soll Weiß gegen e5, c5, d6 usw. spielen? Um dies zu entscheiden, braucht ein Schachspieler viel Erfahrung, einen guten Trainer oder eine Hilfestellung in Form eines Buches. Letzteres möchte ich mit dem vorliegenden Werk anbieten.

Warum habe ich mich gerade für 1.e4 entschieden? Ich vertrete die Meinung, dass ein aufstrebender junger Schachspieler die Entwicklung, die das Spiel in den vergangenen 400 Jahren gemacht hat, in seiner eigenen Entwicklung nachvollziehen sollte.

Im 16. Jahrhundert erschien die Arbeit von Ruy Lopez aus Madrid über die "Mutter aller Eröffnungen" die Spanische Partie. 1609 machte der Kalabrese Gioaccino Greco mit seinen Abhandlungen über das Schachspiel von sich reden. Erstaunlich viele seiner Analysen haben noch heute Gültigkeit. Zur Zeit von Adolf Anderssen, Paul Morphy und dem ersten Schachweltmeister Wilhelm Steinitz wurde fast ausschließlich 1.e4 gespielt.

Ich habe mehr als 260 Gewinnpartien für Weiß sorgfältig ausgewählt, in denen die Pläne des Weißspielers klar strukturiert und gut nachvollziehbar sind.

Damit hast du ein vollständiges Repertoire gegen die meistgespielten Antworten auf 1.e4 in der Hand. Weiß spielt sehr aggressiv und zwingt dem Gegner sein Spiel auf. Mit anderen Worten, der Anziehende will seinen Anzugsvorteil in eine anhaltende Initiative umwandeln, angreifen und schließlich gewinnen.

Die meistgespielten Eröffnungen gegen 1.e4 sind

1 ... c5 die Sizilianische Verteidigung,

1 ... e5 die offenen Spiele,

1 ... e6 die Französische Verteidigung,

1 ... c6 die Caro-Kann Verteidigung,

1 ... d6 die Pirc-Ufimzev Verteidigung,

1 ... d5 die Skandinavische Verteidigung und schließlich

1 ... Sf6 die Aljechin-Verteidigung.

Auf all diese Eröffnungen schlägt dir dieses Buch ein System vor, wie du lieber Schachfreund mit einem überschaubaren Zeitaufwand ein maximales Ergebnis erzielen kannst. Ziel muss es sein, mit Weiß den Anzugsvorteil so lange wie möglich zu behaupten, dem Gegner sein Spiel aufzuzwingen und im Idealfall die Partie zu gewinnen.

Nach welchen Kriterien sollte ich die Varianten auswählen, die ich dir vorstelle?

Sollen es die objektiv besten Abspiele sein, die von den stärksten Spielern der Welt angewandt werden?

Sollten es Eröffnungsfallen sein, mit denen man den ein oder anderen Überraschungssieg versuchen kann?

Nein! Für die besten aller denkbaren Varianten, also die Hauptvarianten in der Spanischen Partie oder der Najdorfvariante fehlt einem Vereinsspieler einfach die Zeit. Simple Eröffnungsfallen haben keine lange Haltbarkeit und tragen wenig zur Verbesserung des Spielverständnisses bei.

Die von mir vorgeschlagenen Systeme haben mehrere Vorzüge. Die Varianten sind gut zu merken, da ich keine komplizierten Zugfolgen zeige, die man nach ein paar Wochen wieder vergessen hat. Ich erkläre einen Plan und zeige wie dieser in unterschiedlichen Konstellationen umgesetzt wird. Du lernst beim Studium dieses Buches also gute und nachhaltige Eröffnungssysteme kennen und gleichzeitig erfährst du lieber Leser sehr viel über Strategie und Taktik.

Ich habe in der ein oder anderen Partie wichtige Schachbegriffe oder Motive erklärt und gebe wertvolle Tipps zu Themen wie Zeitnot, Stellungsbeurteilung, Erstellung eines Planes oder die individuelle Herangehensweise an strategische Probleme in einer Schachpartie.

Ich wünsche dir nun viel Freude beim Studium der Partien und viel Erfolg.

Reinhold Ripperger

St. Ingbert im Mai 2022

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